18. Dreiländertreffen: Gemeinsam Care- und Case Management weiterdenken
- Jana Renker

- 2. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Netzwerke als Schlüssel für eine koordinierte Versorgung
Am 26. Juni 2026 fand das 18. Dreiländertreffen der Fachgesellschaften für Care und Case Management aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Räumlichkeiten der PK Rück in Zürich statt. Vertreterinnen und Vertreter der drei Länder nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsame Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens stand die Frage, wie Care Management und Case Management künftig noch wirksamer zusammenspielen können. Dabei wurde deutlich, dass die Herausforderungen in allen drei Ländern vergleichbar sind: Die Versorgungssysteme werden komplexer, die Zahl von Menschen mit mehrfachen Unterstützungsbedarfen nimmt zu und gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine koordinierte, systemübergreifende Zusammenarbeit.

Netzwerke als Erfolgsfaktor
Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war die Erkenntnis, dass nachhaltige Netzwerke nicht durch Strukturen allein entstehen, sondern vor allem durch Vertrauen, gemeinsame Ziele und engagierte Menschen. Erfolgreiche Zusammenarbeit basiert auf einer klaren Rollenverteilung, regelmässiger Netzwerkpflege und einer gemeinsamen Haltung aller beteiligten Akteure.
Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung bestehender regionaler Netzwerke, welche weiterentwickelt und nicht durch neue Parallelstrukturen ersetzt werden sollten. Ebenso wurde der Digitalisierung eine Schlüsselrolle zugeschrieben, um Informationen effizient auszutauschen und koordinierte Versorgungsprozesse zu unterstützen.
Fachgesellschaften übernehmen Verantwortung
Die drei Fachgesellschaften verstehen sich zunehmend als Impulsgeberinnen für die Weiterentwicklung von Care und Case Management. Neben der Förderung des fachlichen Austauschs sollen künftig verstärkt praxisnahe Empfehlungen, Instrumente und Leitlinien entwickelt werden, welche den Aufbau funktionierender Netzwerke unterstützen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt darin, den Begriff des Care Managements weiter zu schärfen und dessen Bedeutung innerhalb integrierter Versorgungssysteme sichtbar zu machen. Die neu veröffentlichten Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) bilden hierfür eine wichtige Grundlage.
Gemeinsame Projekte über Ländergrenzen hinweg
Aus dem Dreiländertreffen gingen mehrere konkrete Vorhaben hervor. Geplant ist ein gemeinsames Schwerpunktthema in der Fachzeitschrift «Case Management», an dem alle drei Fachgesellschaften mitwirken. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der nationalen Ansätze aufzuzeigen sowie erfolgreiche Netzwerkstrukturen anhand praxisnaher Beispiele vorzustellen.
Darüber hinaus wurde eine länderübergreifende Online-Fallserie beschlossen. Anhand identischer Fallbeispiele soll künftig aufgezeigt werden, wie Case Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz organisiert ist, welche Akteure eingebunden werden und welche Lösungsansätze sich in den jeweiligen Versorgungssystemen bewährt haben. Dadurch soll der gegenseitige Wissenstransfer weiter gestärkt werden.
Blick nach vorne
Das Dreiländertreffen zeigte eindrücklich, dass die Herausforderungen in Care und Case Management zwar länderspezifische Unterschiede aufweisen, viele Fragestellungen jedoch gemeinsam sind. Gerade deshalb gewinnt der internationale Austausch zunehmend an Bedeutung. Gemeinsam entwickelte Lösungen können dazu beitragen, Versorgungsprozesse nachhaltiger zu gestalten und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Systemen weiter zu verbessern.

Harald Schmadlbauer, Lars Golly, Anna Hegedüs, Angelo Tarantino, Stefan Schmidt
ÖGCC, DGCC und Netzwerk Case Management Schweiz.
Ein besonderer Dank gilt der PK Rück, welche das Dreiländertreffen als Gastgeberin ermöglichte und mit der Bereitstellung der Räumlichkeiten sowie der grosszügigen Mittagsverpflegung wesentlich zu einem gelungenen Anlass beitrug.

