Netzwerk-CM Schweiz

Netzwerk Case Management Schweiz ist ein Verein von im Gesundheits-, Sozial- und Versicherungsbereich tätigen Personen und Institutionen, die mit der Methode des Case Management arbeiten.

3 Fragen an...

Claudia Merki - 18. Dezember 2017

... Patricia Häberli, Leiterin der Spitex-Dienste Zuchwil (SO)*

Wodurch zeichnet sich das Case Management bei den Spitex-Diensten Zuchwil aus?
Das Case Management ist direkt bei der Spitex-Leitung angesiedelt. Es kann von allen Einwohnern und Einwohnerinnen angefragt werden und ist für sie kostenlos. Die Einwohnergemeinde finanziert das CM, weshalb es niederschwellig ist. Spitex-Patienten und -patientinnen werden bereits im Abklärungsprozess institutionalisiert als potenzielle CM-Kunden identifiziert und bei Bedarf dem CM zugewiesen.

Inwiefern hat sich das Case Management bei den Spitex-Diensten Zuchwil in den letzten Jahren verändert?
Die Aufwände für das Case Management haben zugenommen, weil wir immer häufiger Menschen antreffen, welche Prämienausstände bei der Krankenkasse haben und/oder hoch verschuldet sind. Oft kennen diese Menschen oder ihre Angehörigen ihre Ansprüche nicht. Sie hätten zum Beispiel schon längere Zeit Ergänzungsleistungen zu Gute und wussten dies nicht. Zudem sind die Menschen zunehmend überfordert mit dem korrekten Ausfüllen von Anträgen und Rückerstattungsformularen, z.B. an die Ergänzungsleistung, für die Hilflosenentschädigung, an die Krankenkassenzusatzversicherung etc. und allgemein amtlichen Formularen wie Steuererklärung, Prämienverbilligung etc.

Welche Änderungen in Bezug auf CM sehen Sie in nächster Zeit / mittelfristig auf das Gesundheitswesen zukommen?

Die Gesundheitsorganisationen werden nicht umhinkommen, ein Case Management einzuführen, um ihrem Klientel unterstützend und beratend zur Seite stehen zu können. Nicht zuletzt, um nicht regelmässig offene Rechnungen abschreiben zu müssen. Die öffentliche Hand, insbesondere die Sozialdienste, werden niederschwelliges Case Management anbieten müssen (oder wollen). Dies, um die Einwohner und Einwohnerinnen vor der Verwahrlosung zu schützen und frühzeitige unnötige Heimeintritte zu verhindern, nur weil die ambulanten Dienstleister Patienten wegen Zahlungsunfähigkeit abweisen.

Beratungsstellen wie Pro Senectute, Pro Infirmis, Krebs- und Lungenliga sind enorm wichtig, um die Menschen unterstützend und beratend zu begleiten.

*Die Spitex-Dienste Zuchwil in Kürze

Die Spitex-Dienste Zuchwil sind eine Abteilung der Einwohnergemeinde Zuchwil, SO, und direkt dem Gemeindepräsidium unterstellt. Zuchwil hat rund 8‘800 Einwohner und Einwohnerinnen; 42 Mitarbeitende (25 Vollzeitstellen) sind in den Spitex-Diensten tätig. Als Ausbildungsbetrieb unterstützen sie permanent 6 Lernende bzw. Studierende auf dem Weg zum Berufs- oder Diplomabschluss.

Die Spitex-Dienste Zuchwil bieten qualifizierte ambulante Pflege und niederschwellige Beratung zu Themen der Gesundheit und Krankheit sowie der Finanzierung von ambulanten Gesundheitskosten. Zudem vermieten sie Krankenmobilien und vermitteln hilfreiche, unterstützende Dienstleistungen von Partnerorganisationen. Die Spitex-Dienste betreuen rund 270 Patienten und Patientinnen pro Jahr.

 

 

 

Foto: zvg

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